Aktuelles aus Gengenbach
Von Brandgefahr bis Gesundheit: Hitze-Hinweise
Wie Sie sich und andere bei Rekordhitze schützen
Es bleibt sommerlich und heiß: Nachdem der Juni mit einer extremen Hitzewelle zu Ende gegangen ist und vielerorts in Deutschland bisherige Hitzerekorde geknackt wurden, brachte der Beginn des Julis zwar kurzzeitig etwas Linderung. Doch die nächste Wärmephase steht bereits bevor – und die Situation sollte nicht unterschätzt werden. Hohe Temperaturen können den Kreislauf stark belasten. Insbesondere Risikogruppen wie Senioren, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen sollten bei Temperaturen um oder über 30 Grad Maßnahmen ergreifen, um ihr Gesundheitsrisiko zu verringern.
Die Stadt Gengenbach empfiehlt dazu in fünf Schwerpunkten Maßnahmen zum Schutz von Menschen, Tieren und Umwelt.
Schwerpunkt 1: Sich selbst vor Hitze schützen
- Eine der wichtigsten Maßnahmen: Trinken Sie regelmäßig und ausreichend Wasser oder ungesüßte Tees – auch dann, wenn Sie keinen Durst verspüren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Faustregel, bei Hitze tagsüber alle ein bis zwei Stunden ein Glas Wasser (0,2 Liter) zu trinken. Wasserreiche Lebensmittel wie Suppen, Salate, Obst oder Joghurt können den Flüssigkeitshaushalt zusätzlich unterstützen.
- Körperliche Anstrengungen – insbesondere in der direkten Sonne – sollten möglichst vermieden werden. Die heißeste Tageszeit liegt laut Umweltbundesamt in der Regel zwischen 11 und 18 Uhr. Dazu zählen nicht nur Sport und körperliche Arbeit, sondern auch Einkäufe. Verlegen Sie diese Aktivitäten möglichst auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden.
- Halten Sie sich möglichst im Schatten oder in Innenräumen auf. Wer keine Klimaanlage hat, kann die Wohnung kühl halten, indem frühmorgens und nachts gelüftet und tagsüber Fenster sowie Rollläden geschlossen werden.
- Kinder und ältere Menschen schwitzen weniger und bemerken eine Überhitzung oft später. Nach Empfehlung des Umweltbundesamtes helfen einfache Maßnahmen wie Fußbäder, kühlende Körperlotionen oder Thermalwassersprays. Stichwort: Verdunstungskälte.
- Kinder und Tiere dürfen niemals – auch nicht für kurze Zeit – allein im Auto zurückgelassen werden. Der Innenraum heizt sich innerhalb kürzester Zeit auf lebensgefährliche Temperaturen auf.
- Wichtig ist außerdem: Einige Medikamente verlieren bei Wärme an Wirksamkeit. Ein Blick in die Packungsbeilage oder eine Rücksprache mit dem Arzt kann sinnvoll sein. Im Zweifel sollten Medikamente möglichst kühl gelagert werden.
Schwerpunkt 2: Aufeinander achten
- Alleinlebende Menschen können bei großer Hitze besonders gefährdet sein, weil medizinische Notfälle unter Umständen längere Zeit unbemerkt bleiben. Fragen Sie deshalb regelmäßig bei alleinstehenden Nachbarn, Freunden oder Angehörigen nach, ob alles in Ordnung ist.
- Erinnern Sie insbesondere ältere Menschen und Kinder daran, regelmäßig zu trinken.
- Unterstützen Sie gefährdete Personen bei Bedarf beim Einkaufen oder anderen Erledigungen, damit sie sich der Hitze möglichst nicht aussetzen müssen.
- Achten Sie auf Anzeichen gesundheitlicher Probleme und zögern Sie im Zweifelsfall nicht, Hilfe zu holen. Hinweise auf Kreislaufprobleme sind Schwindel, Kopfschmerzen und Unwohlsein, in schweren Fällen auch Ohnmacht. Bringen Sie betroffene Personen sofort aus der Sonne und geben Sie ausreichend zu trinken. Bei Ohnmacht sollte die Person in Rückenlage mit hochgelagerten Beinen gebracht werden.
- Einen Sonnenstich erkennen Sie zusätzlich an Übelkeit und einem erhöhten Puls. Noch gefährlicher ist ein Hitzschlag: Dabei versagt die Temperaturregulation des Körpers und die Körpertemperatur steigt auf über 40 Grad. Verständigen Sie in diesem Fall sofort den Rettungsdienst unter 112 – es besteht akute Lebensgefahr. Bringen Sie die betroffene Person in den Schatten, öffnen oder entfernen Sie enge Kleidung und kühlen Sie sie langsam mit kühlem, aber nicht eiskaltem Wasser, etwa über den Brustkorb. Auch ein feuchtes Tuch im Nacken kann bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes helfen.
Schwerpunkt 3: Die Kleinsten schützen – in Kindergärten, Schulen und im Freibad
Die Stadt Gengenbach hat hier bereits reagiert. Für alle Kindertageseinrichtungen wurden zusätzliche Ventilatoren und mobile Klimageräte bestellt, die in den kommenden Tagen geliefert werden sollen. Außerdem werden in mehreren Einrichtungen feste Klimaanlagen installiert. Für die Kindergärten Schwaibach, Vorstadt und Reichenbach ist der Einbau bereits beauftragt. Die Schlafräume zweier Kitas verfügen bereits über fest installierte Klimaanlagen. Die übrigen Kindergärten sollen folgen.
Eltern können ihre Kinder an besonders heißen Tagen gerne früher abholen, sofern es der Familien- und Arbeitsalltag zulässt. Die Betreuung ist selbstverständlich weiterhin im gewohnten Umfang sichergestellt. Die Mitarbeitenden achten darauf, dass sich die Kinder nur so lange im Freien aufhalten, wie es die Temperaturen zulassen. Bei großer Hitze bleiben sie in den Innenräumen. Zusätzlich sollen zeitnah Wassersprinkler beziehungsweise Fontänen zur Abkühlung angeschafft werden. Ausreichend Getränke stehen in allen Einrichtungen jederzeit zur Verfügung.
Auch das Team des Freizeitbads DIE INSEL weist auf die besondere Gefährdung von Kindern hin. An den besonders heißen Tagen mussten mehrere Kinder wegen Überhitzung im Sanitätsraum behandelt werden. Eltern sollten deshalb darauf achten, dass ihre Kinder sich insbesondere während der Mittagshitze nicht zu lange in der Sonne aufhalten, regelmäßig Pausen im Schatten einlegen und ausreichend trinken. Empfehlenswert ist außerdem ein durchgehender Kopfschutz, etwa mit speziellen Badekappen mit Schirm. Für Groß und Klein gilt selbstverständlich: Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor – idealerweise LSF 50 – verwenden und regelmäßig nachcremen.
Schwerpunkt 4: Das Rathaus bleibt erreichbar
Die Stadtverwaltung ist derzeit zu den gewohnten Öffnungszeiten erreichbar.
Wer den Weg ins Rathaus bei hohen Temperaturen vermeiden möchte, kann sich zunächst telefonisch an die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wenden. Viele Anliegen lassen sich bereits auf diesem Weg klären. Alle Kontaktdaten finden Sie im Bürgerserviceportal der Stadt Gengenbach.
Die Räumlichkeiten des BürgerService sind zudem klimatisiert.
Schwerpunkt 5: Vorsicht – Brandgefahr!
Der Deutsche Wetterdienst bewertet die Waldbrand- und Graslandbrandgefahr in jeweils fünf Stufen, erklärt Feuerwehrkommandant Felix Willmann. In den vergangenen zwei Wochen lagen beide Werte in Gengenbach durchgehend auf Stufe 4 und damit im Bereich einer hohen Gefahr. Der Regen der vergangenen Tage hat zwar etwas Entspannung gebracht. Da die Natur insgesamt aber weiterhin sehr trocken ist, liegt der Graslandfeuerindex bereits wieder auf demselben hohen Niveau. Für Wälder gilt aktuell Stufe 3, also eine mittlere Gefahr. „Insgesamt hat es sich für den Moment wieder ein kleines bisschen entspannt“, sagt Willmann.
Dennoch ist weiterhin Vorsicht geboten. Der Großteil aller Wald- und Vegetationsbrände entsteht durch menschliches Fehlverhalten. Weggeworfene Zigaretten, Lagerfeuer und Grillstellen, Brandstiftung, Funken von Maschinen in der Land- und Forstwirtschaft, Fahrzeuge auf trockenem Gras oder Bremsfunken im Bahnbetrieb können bei anhaltender Trockenheit verheerende Folgen haben.
Warnhinweise und Waldbrandgefahrenstufen sollten deshalb unbedingt beachtet werden. Derzeit sollte außerdem vollständig auf offenes Feuer verzichtet werden. Zigaretten dürfen niemals achtlos weggeworfen, Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras abgestellt und Zufahrtswege für Feuerwehr und Rettungsdienste stets freigehalten werden.
Wer Rauch oder ein Feuer bemerkt, sollte sofort den Notruf 112 wählen. Eine möglichst genaue Ortsangabe hilft den Einsatzkräften. Anschließend sollten andere Personen gewarnt und – wenn gefahrlos möglich – kleinere Brände gelöscht werden. Oberstes Gebot bleibt jedoch immer der Eigenschutz.
Die Einhaltung dieser Maßnahmen hilft auch den Einsatzkräften der Feuerwehr. Vegetationsbrände bergen laut Willmann besondere Risiken, da sie sich durch Wind sehr schnell ausbreiten können. Gleichzeitig erschwert die Topografie rund um Gengenbach die Löscharbeiten. Gerade im Sommer ist Löschwasser oft nur begrenzt verfügbar und muss aufwendig an den Einsatzort gebracht werden. In Kombination mit großer Hitze sind solche Einsätze für die Feuerwehr besonders belastend. Die Stadt Gengenbach bedankt sich deshalb bereits jetzt bei allen Mitgliedern der Feuerwehr Gengenbach für ihren engagierten Einsatz.
