Aktuelles aus Gengenbach
Das wünschen sich Studierende vom Hochschulstandort Gengenbach
Die historische Atmosphäre und die Gastronomie zählen aus Sicht vieler Studierender zu den größten Stärken Gengenbachs als Hochschulstandort. Gleichzeitig wünschen sie sich bessere Freizeitangebote, attraktivere Treffpunkte sowie Verbesserungen bei Mobilität und Parken. Überraschend: Dass bislang nur wenige Studierende in Gengenbach wohnen, liegt offenbar nicht allein am Wohnungsangebot und den herrschenden Mietpreisen.
Zu diesem Ergebnis kommt ein gemeinsames Projekt der Stadt Gengenbach und Studierender der Hochschule Offenburg, dessen Ergebnisse am Montag, 29. Juni, im Gebäude des Klostercampus vorgestellt wurden. Rund 417 Studierende wurden im Rahmen des Marketingprojekts am Campus Gengenbach von den zehn Projektbeteiligten befragt. Ziel war es, herauszufinden, wie Studierende ihren Studienort wahrnehmen und mit welchen Maßnahmen sich Gengenbach langfristig als Hochschulstandort weiterentwickeln kann. Bereits im Frühjahr hatten die Studierenden gemeinsam mit Bürgermeister Sven Müller erste Fragestellungen erarbeitet. Nun wurden die Ergebnisse Vertreterinnen und Vertretern der Stadt, der Hochschule sowie der Kultur- und Tourismus GmbH präsentiert.
Ein großer Teil der Studierenden pendelt regelmäßig nach Gengenbach, so eines der Ergebnisse. Mehr als die Hälfte reist mit dem Auto oder in Fahrgemeinschaften an, weniger als die Hälfte nutzt den öffentlichen Nahverkehr. Nur 37 der Befragten wohnen derzeit in Gengenbach. Viele leben noch im Elternhaus und pendeln aus einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern oder von weiter her ein.
Besonders positiv bewerten die Studierenden die historische Atmosphäre Gengenbachs sowie das gastronomische Angebot. Auch Einkaufsmöglichkeiten im Bereich der Nahversorgung und Aufenthaltsqualität werden insgesamt gut beurteilt, wenngleich beim letzten Punkt Nachbesserungspotenzial gesehen wurde. Weniger gut schneiden dagegen Nachtleben, kulturelle Angebote und das studentische Vereinsleben ab. Kritisch bewertet werden außerdem die Parksituation rund um den Klostercampus sowie der öffentliche Nahverkehr. Insgesamt zeigt die Befragung, dass Studierende ihren Studienort vor allem pragmatisch bewerten: Erreichbarkeit, geringe Zusatzkosten und Aufenthaltsqualität spielen für sie eine zentrale Rolle. Ein interessantes Bild ergibt sich auch beim Thema Wohnen. Von den 417 Befragten wohnen weniger als 10 Prozent in Gengenbach. Die Auswertung deutet jedoch darauf hin, dass fehlender Wohnraum allein nicht ausschlaggebend dafür ist. Viele der Befragten gaben an, in der Nähe von Familie und Freunden bleiben zu wollen. Damit künftig mehr Studierende ihren Lebensmittelpunkt nach Gengenbach verlagern, müssten daher insbesondere Freizeit- und Aufenthaltsangebote zusätzliche Anreize schaffen, so die Hypothese der Projektbeteiligten.
Als Handlungsempfehlungen schlagen die Studierenden unter anderem eine stärkere Kommunikation bestehender Angebote sowie spezielle Formate für Studierende vor. Genannt wurden beispielsweise ein Willkommenspaket für Erstsemester inklusive Stadtführung, ein von Studierenden betreuter eigener Instagram-Auftritt „Studieren in Gengenbach“, regelmäßige Studi-Abende in Cafés und Restaurants sowie zusätzliche Lern- und Aufenthaltsorte im öffentlichen Raum. Auch studentische Parktarife und eine bessere Abstimmung des öffentlichen Nahverkehrs auf Vorlesungszeiten gehören zu den Vorschlägen. Im Austausch nach der Präsentation wurde dann deutlich, dass Gengenbach bereits heute über ein breites Freizeitangebot verfügt. Mehr als 100 Vereine bieten zahlreiche Möglichkeiten, sich zu engagieren. Künftig gelte es daher auch, diese Angebote für Studierende besser sichtbar zu machen. Ähnliches gelte für bestehende Studierenden-Parktarife, über die der BürgerService auf Anfrage natürlich gerne informiert.
Weitere Perspektiven mitdenken
Aus dem Kreis der Zuhörer kam zudem die Anregung, die berufliche Perspektive stärker mitzudenken. Dieser Themenbereich wurde trotz des starken Wirtschaftsstandorts mit dem Gewerbegebiet Kinzigpark mit einer Frage nur am Rande angeschnitten. Dennoch dürfte es auch hier Vernetzungspotentiale geben - ein wichtiges Thema für ein mögliches Folgeprojekt.
Bürgermeister Sven Müller zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden. Die Befragung liefere wertvolle Hinweise darauf, an welchen Stellen sich Gengenbach weiterentwickeln könne. Viele der vorgeschlagenen Maßnahmen kämen dabei nicht nur Studierenden zugute, sondern könnten die Aufenthaltsqualität insgesamt verbessern. Die Stadt werde die Handlungsempfehlungen prüfen und konkrete Maßnahmen ableiten.
Die Ergebnisse im Überblick:
Abschlusspräsentation Studentenstadt Gengenbach 2026 (PDF-Dokument, 4,29 MB, 02.07.2026)
