Aktuelles aus Gengenbach
"Tapinoma magnum" erstmals in Gemeindegebiet nachgewiesen
Stadtverwaltung kann auf Expertise erfahrener Kommunen zählen
Im Gemeindegebiet der Stadt Gengenbach ist erstmals die Ameisenart „Tapinoma magnum“ nachgewiesen worden. Die Bekämpfung der invasiven, aus dem Mittelmeerraum stammenden Ameise, die sich seit einigen Jahren auch in Deutschland ausbreitet, stellt bereits für mehrere Kommunen im Ortenaukreis eine Herausforderung dar. Die Stadtverwaltung Gengenbach nimmt die Situation daher sehr ernst und arbeitet schon jetzt aktiv daran, eine weitere Ausbreitung einzudämmen.
Große Schäden durch Unterhöhlung
Dafür befinden sich die zuständigen Abteilungen in engem Austausch mit erfahrenen Kommunen, die in der Vergangenheit gegen die „Tapinoma magnum“ vorgegangen sind. Problematisch ist das Auftreten der etwa zwei bis vier Millimeter großen, dunkelbraun bis schwarzen Ameisenart daher, weil sie große Kolonien bildet, die aus vielen miteinander verbundenen Nestern bestehen. Sie kann sich so vergleichsweise schnell ausbreiten und durch die Unterhöhlung von Pflasterflächen, Gehwegen und Straßen große Schäden verursachen. Erkennbar sind Ameisenstraßen dieser Art daran, dass sie häufig entlang von Hausfassaden, Wegen oder Mauern auftreten. Die Nester der „Tapinoma magnum“ befinden sich häufig unter Pflastersteinen, Terrassen oder in lockeren Böden. Für den Menschen stellen sie keine gesundheitliche Gefahr dar.
Die Bekämpfungsmaßnahmen erfolgen schrittweise: Zunächst wird Kieselgur, ein natürliches Pulver aus den versteinerten Überresten von Kieselalgen, auf befallenen Flächen und entlang von Ameisenstraßen ausgebracht. Diese Maßnahme kann bei Bedarf wiederholt werden. Ergänzend wird in einem weiteren Schritt versucht, die Nester mit der bewährten sogenannten Heißwassermethode zu bekämpfen.
Nahrungsquellen vermeiden, Risse schließen
Die Stadt Gengenbach nutzt alle zur Verfügung stehenden Bekämpfungsmittel und bittet betroffene Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer, diese Strategie auch auf privaten Grundstücken anzuwenden. Eine frühzeitige und konsequente Bekämpfung ist dabei für den Erfolg wesentlich. Dazu gehört der Einsatz geeigneter Ameisenköder mit verzögerter Wirkung, damit die Wirkstoffe in die Nester getragen werden und erst dort ihre Wirkung entfalten. Kieselgur kann in handelsüblichen Mengen im Landwirtschafts- oder Agrarproduktehandel sowie in Raiffeisen- oder auch Baumärkten gekauft werden. Ebenso wichtig ist es, Nahrungsquellen zu vermeiden, Risse und Fugen an Gebäuden abzudichten und mögliche Nistplätze wie lockere Pflasterbereiche zu beseitigen.
Unter folgendem Link können sich Bürgerinnen und Bürger auf der Internetseite des Naturkundemuseums Stuttgart über die Art und ihre Bekämpfung informieren:
Information zur Erkennung und dem weiterem Vorgehen:
Ameisen-Alarm! Tapinoma magnum – wenn kleine Insekten große Probleme machen | Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart (naturkundemuseum-bw.de)
Forschungsprojekt:
https://www.naturkundemuseum-bw.de/forschung/projekte/tapinoma
Funde beim Ordnungsamt melden
Bei einem erhöhten Ameisenaufkommen auf dem Grundstück oder in Wohnräumen empfiehlt es sich dringend, die Art zu bestimmen und beratend professionelle Schädlingsbekämpfer hinzuzuziehen. Bei einem Befall der „Tapinoma magnum“ bittet die Stadtverwaltung, das unter ordnungswesen(@)stadt-gengenbach.de zu melden.
Die invasive Art kann nur dann erfolgreich und nachhaltig eingedämmt werden, wenn sie auf öffentlichen Flächen und privaten Grundstücken gleichermaßen bekämpft wird. Jede frühzeitig erkannte und behandelte Befallsstelle trägt dazu bei, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Stadtverwaltung möchte alle Bürgerinnen und Bürger daher ausdrücklich ermutigen, aufmerksam zu sein, bei ersten Anzeichen zeitnah zu handeln und die angebotenen Informations- und Beratungsangebote zu nutzen.
