Aktuelles aus Gengenbach
Volkstrauertag in Gengenbach
Die Gedenkfeier zum Volkstrauertag
Die Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Bergle war in diesem Jahr ein besonders eindrucksvoller Moment des gemeinsamen Erinnerns. In seiner Ansprache machte Bürgermeister Sven Müller deutlich, dass Frieden niemals selbstverständlich ist. Das Kriegerdenkmal mit seinen eingravierten Orten steht nicht für Systeme der Vergangenheit, sondern erinnert an das Leid, den Verlust und die Verletzlichkeit, die Kriege einer Gesellschaft zufügen. Erinnerung ist kein Blick zurück, sondern Verantwortung für die Gegenwart. Herr Müller berichtete zudem von der Gedenkfeier zum 11. November in Gengenbachs Partnerstadt Obernai. Die große Anteilnahme der Bevölkerung dort, wie auch die Anwesenheit von Obernais Bürgermeister Bernard Fischer in Gengenbach, machten deutlich, wie lebendig die Städtepartnerschaft ist und wie sehr europäische Freundschaft getragen wird, wenn Menschen gemeinsam gedenken.
Damit diese Feier auf dem Bergle ihren würdigen Rahmen erhielt, waren viele Menschen beteiligt.
Ein besonderer Dank der Stadt geht an die:
Jugendfeuerwehr Gengenbach mit Jugendwartin Lena Geiger
Stadtkapelle Gengenbach unter der Leitung von Felix Bauert
Kolpingfamilie Gengenbach
Bürgergarde Gengenbach
Evangelische Pfarrgemeinde, mit Moritz Martiny
Kirchenchor mit Matthias Degott
Deutsches Rotes Kreuz
Sozialverband VdK Ortsverband Gengenbach
und das Marta Schanzenbach Gymnasium mit den
schülerinnen Kerstin Eberius, Charlotte Landschütz,
Mara Staiger, Saskia Wauer.
Unter der Leitung von Bodo Chojnacki brachten die vier Schülerinnen eine Rede ein, die zu den stärksten Momenten der gesamten Veranstaltung gehörte. Ihre Worte standen für Haltung, Klarheit und die Bereitschaft einer jungen Generation, Verantwortung zu übernehmen.
Die Schülerinnen machten deutlich, dass der Volkstrauertag kein verstaubtes Relikt ist, sondern ein Tag, der uns alle betrifft. Sie beschrieben, dass sie selbst zunächst kaum wussten, wofür dieser Tag steht, aber während ihrer Vorbereitung verstanden, dass er uns an die menschliche Dimension von Krieg erinnert. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch. Ein Gesicht. Eine Geschichte, die nicht mehr weitergehen konnte. Krieg sei keine abstrakte Größe, sondern eine konkrete Tragödie für Millionen.
Sie erinnerten daran, dass Frieden nicht in Verträgen und politischen Reden beginnt, sondern im täglichen Miteinander. In Respekt, Zuhören, Offenheit und in der Bereitschaft, Konflikte ohne Gewalt zu lösen. Jeder Mensch könne im Kleinen dazu beitragen, Frieden zu stärken.
Der Satz „Nie wieder Krieg“, der nach dem Zweiten Weltkrieg wie ein Schwur über Europa stand, sei auch heute eine Verpflichtung. Gerade weil weltweit und sogar in Europa wieder Kriege geführt werden, müsse dieser Ruf in der Gegenwart gehört werden.
Die Schülerinnen betonten, dass der Volkstrauertag keine Schuld einfordert, sondern Verantwortung. Verantwortung dafür, Hass, Ausgrenzung und Gleichgültigkeit keinen Raum zu geben und die Werte der Demokratie zu schützen. Frieden sei kein Zustand, den man besitzt, sondern eine tägliche Entscheidung. Ihre Rede endete mit dem Gedanken, dass Frieden nicht ein Weg ist, den man wählt, wenn er leicht fällt, sondern der einzige Weg, der eine menschliche Zukunft ermöglicht. Das Zitat von Mahatma Gandhi fasste diese Botschaft eindringlich zusammen: „Es gibt keinen Weg zum Frieden. Frieden ist der Weg.“
Der Volkstrauertag 2025 hat gezeigt, wie stark Gengenbach zusammensteht. Wie Erinnerung getragen wird. Wie Geschichte wachgehalten wird. Und dass Frieden eine Aufgabe bleibt, die uns alle betrifft. Gengenbach hat an diesem Tag ein klares Zeichen des Respekts, der Verantwortung und der Verbundenheit gesetzt.
Es gibt keinen Weg zum Frieden. Frieden ist der Weg. Mahatma Gandhi
Die ganze Rede der Schülerinnen des Marta Schanzenbach Gymnasiums (PDF-Dokument, 39,87 KB, 19.11.2025)











