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Forstwirtauszubildende schaffen Lebensraum für Insekten

Autor: Felix Ockenfuß
Artikel vom 13.05.2019

Forstwirtauszubildende schaffen Lebensraum für Insekten

25 Auszubildende des Forstlichen Ausbildungszentrums Mattenhof erarbeiteten im Rahmen ihres handlungsorientierten Unterrichts Lösungsansätze zum Thema Insektensterben. In Kooperation mit der Stadt Gengenbach wurden diese Ideen umgesetzt und an 5 Standorten neue Lebensräume für Insekten geschaffen.

Als eine Aktionsfläche wurde die Blumenwiese gegenüber der Grundschule am Nollen ausgewählt. Im Mittelpunkt steht hier ein mit einer Trockenmauer aus Granit eingefasstes Hochbeet, das mit verschiedenen Kräutern bepflanzt wurde. Ergänzt wird die Anlage durch eine sogenannte Benjeshecke. Das sind Hecken, die durch Samenflug auf lockere Ablagerungen von Gehölzschnitt entstehen. Der Vorteil einer solchen Anlage, auch „steinzeitlicher Zaun“ genannt, besteht zum einen aus den günstigen Herstellungskosten aber auch dadurch, dass das locker aufgestapelte Totholz unmittelbar Unterschlupf und Lebensraum für zahlreichen Vogelarten und Insekten bietet. Ergänzend wurde ein Sandsteinfindling aufgestellt, der von Wildem Wein umrankt werden wird. Direkt daneben befindet sich die Bienenwiese, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit den Kindern der Grundschule am Nollen angelegt wurde.

Die Grünfläche in der Kinzig-Vorstadt wurde um eine Insekteninsel bereichert. Für den Bau wurden Materialien aus umliegenden Wäldern verwendet. Aus Baumstämmen entstand ein Hochbeet mit Stauden, Sträuchern, Steinen und auch einer Benjeshecke. Um den Insekten vielfältige Nischen zu bieten achteten die Schüler hier auch auf Strukturvielfalt. Ein aufgestapelter Steinhaufen bietet zum Beispiel neben Wärme auch kühlere Zonen in den unteren Schichten.

Beim Projekt in der Schneckenmatt wurden zwei Obstbäume gepflanzt. Der Schwerpunkt bildet eine pyramidenförmige Trockenmauer aus Stein und Holz. Der Kirsch- und der Wildapfelbaum sind nicht nur für Bienen eine Freude sondern auch ein zusätzlicher Farbtupfer in der Blütezeit. Ein mit Bohrlöchern präparierter Baumstamm dient als Nisthilfe und soll langfristig Wildbienen ein Zuhause bieten.

Bürgermeister Thorsten Erny war beeindruckt von den Ideen der Azubis des Forstlichen Ausbildungszentrums Mattenhof und der professionellen Umsetzung. Bürgermeister Erny hatte schon früh begonnen sich für Bienenwiesen in der Stadt einzusetzen und nach und nach wurden in den letzten Jahren verschiedene Blumenbeete in Gengenbach als sogenannte „Bienenwiesen“ von der Stadtgärtnerei angelegt. Die Blumenmischungen sind so gewählt, dass sie mit Nektar und Pollen als Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge interessant sind. Besondere Blühmischungen dienen sogar Vögeln als Nahrungsquelle und Unterschlupf.

Die Schaffung der Lebensräume durch die Azubis des FAZ sind daher eine perfekte Ergänzung und Fortführung dieses Strategie.

Bürgermeister Thorsten Erny bedankte sich bei den Schülern und natürlich den Projektverantwortlichen des FAZ. Es ist jedes Mal eine Win-Win-Situation wenn die Stadt Gengenbach mit dem Forstlichen Ausbildungszentrum ein Projekt umsetzt. Die Schülerinnen und Schüler können sich aktiv und praktisch einbringen und nicht nur theoretische Themen erarbeiten. Und die Bürgerinnen und Bürger der Stadt profitieren von den Ideen und Realisierung durch das Schulprojekt. Als Dankeschön lud Bürgermeister Erny die Azubis zu einem gemeinsamen Vesper ein.

Auch auf dem Gelände des Ausbildungszentrums wurde zwei Wiesen mit Benjeshecken und Trockenmauern insektenfreundlich gestaltet. Ein hohler Eschenstamm bietet zudem wertvollen Unterschlupf für „Totholzspezialisten“ wie Hirsch- und Bockkäfer. Durch die Abtragung eines Hanges entsteht zusätzlich eine „Abbruchkante“, in der Wildbienen ihre Erdnester einrichten können.

Das „Mattenhof-Team“ bestehend aus Heinz Dietz, Markus Göppert, Klaus Himmelsbach, Konstantin Ziegler, Volker Herbst und Matthias Mechler bedankte sich bei Bürgermeister Thorsten Erny für die Möglichkeit der Realisierung und bei Stefan Rinderle, Leiter des Baubetriebshofes, und Ulrich Riehle vom Tiefbauamt für die Unterstützung bei der Umsetzung der Arbeiten.

Den Schülern ist es ein großes Anliegen mit gutem Beispiel voranzugehen und auch Bürgerinnen und Bürger zu motivieren, im eigenen Garten, mit einfachen Mitteln Lebensräume für Insekten zu schaffen oder Bienenwiesen anzulegen.

Tiere und Menschen profitieren von den Bienenweiden. Die ökologisch wertvollen Bereiche für eine Vielzahl blütenbesuchender Insekten werden von Imkern und auch von Naturpark Schwarzwald als Projekt „Blühender Naturpark“ unterstützt. Denn die Leistung von Bienen und Schmetterlingen ist für die Bestäubung von Obst und Gemüse enorm wichtig. Wir verdanken ihnen viele köstliche regionale Lebensmittel – darunter Honig und zahlreiche Streuobstprodukte.

 

Fotos: © Stadt Gengenbach

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