Stadt  >  Jugendgemeinderat  >  Geschichte
Geschichte des Gengenbacher Jugendgemeinderates

Die Anfänge (1988-2000)

Von Erich Fakler

Um 1988 hatte ich eine 7. Realschulklasse in Gemeinschaftskunde. Ich weiß nicht mehr genau, ob der damalige Gengenbacher Bürgermeister Jürgen Eggs die Idee von sich aus in den Stadtrat einbrachte. Jedenfalls habe ich meine damalige 7. Klasse dazu animiert, einen Brief mit dem Wunsch nach einem Jugendgemeinderat an den Bürgermeister zu schreiben. Herr Eggs nahm den Brief zum Anlass, diese Idee im Stadtrat voranzutreiben. Es wurden von Seiten der Stadt zwei Informationsfahrten (Kinderparlament Schiltigheim und JGR Weingarten) organisiert, wobei besonders die Unterredung mit den Jugendgemeinderäten in Weingarten dazu beitrug, dass dieses Projekt von Stadtrat und Schulen unterstützt wurde.

Ende 1989 fand die erste Wahl statt, im Januar 1990 die erste konstituierende Sitzung im Ratssaal. In den ersten zehn Jahren waren die Haupt-, Realschule und das Gymnasium jeweils mit sechs Mitgliedern im JGR vertreten. Die Schulvertreter wurden getrennt an den drei Schulen gewählt. Es wurden drei Ausschüsse gebildet, die jeweils von einem Kollegen aus den drei Schulen betreut wurden. Ich betreute die Schüler des Ausschusses „Umwelt und Verkehr“. Dementsprechend befassten wir uns hauptsächlich mit Ideen zum gefahrloseren Radverkehr oder Umweltideen. Einige der damaligen Forderungen wurden teilweise erst nach mehr als zehn Jahren verwirklicht. So sind heute der Radweg über die Brücke nach Berghaupten und der Radweg auf Höhe des alten Hukla-Geländes beleuchtet und auch der jetzt realisierte Radweg bis Schwaibach, alte Forderungen aus den Anfangsjahren des JGR.

An diesen Beispielen konnten die Mitglieder des JGR erkennen, dass Demokratie vor allem einen langen Atem braucht. Trotz der jetzt zwanzigjährigen Geschichte des JGR zeigt sich, dass Jugendbeteiligung leichter in Projektform zu organisieren ist. Langjährige institutionelle Arbeit ist schwieriger, zumal es auch einfacher ist, eine Sache ins Leben zu rufen und schwerer, eine Idee über Schülergenerationen hinweg mit Leben und Geist zu erfüllen.



Die weitere Entwicklung (2000-2010)

Von Edwin Fischer

In den ersten 10 Jahren seines Bestehens wurden die Jugendgemeinderäte von den Vertrauenslehrern der Schulen am Schulzentrum, Erich Fakler, Elisabeth Wetzel und Günter Matthias betreut. Im Jahr 2000 übernahm der damalige Jugendreferent, Marcus Kiesel, die pädagogische Begleitung.

Strukturell hat sich die Arbeit des JGR durch die Änderungen der Geschäftsordnung des Wahlsystems im Jahr 2000 verändert. Die Amtszeit wurde auf zwei Jahre verkürzt. War bis dahin die Wahlberechtigung alleine an die Schule gekoppelt, wurde sie auf alle 13-18- Jährigen mit Wohnsitz in Gengenbach ausgedehnt. Zu den drei Schulblöcken kam ein so genannter Offener Block (Gengenbacher Jugendliche die auswärts die Schule besuchen) mit jeweils vier Sitzen.

Inhaltlich hat sich der JGR im Laufe der Zeit außer der Aufgabe der Interessenvertretung für Jugendliche zunehmend der Durchführung von Veranstaltungen zugewendet. Er hat Großveranstaltungen wie die Beachpartys und Springbreakpartys, Konzertveranstaltungen (Klosterrock) sowie Sportveranstaltungen wie die Wintersporttage und Basketballturniere organisiert. Aus den Ergebnissen von Schülerbefragungen hat der JGR in den vergangenen Jahren Themenbereiche herausgearbeitet, mit denen er sich dann in den kommenden beiden Amtsjahren beschäftigt hat.

Nicht alles, was der JGR sich vorgenommen hat, konnte erreicht werden. Aber er hat sein Rede- und Antragsrecht im Gemeinderat genutzt um bei einigen Themen wichtige und entscheidende Impulse zu setzen. Dadurch konnten einige Projekte angestoßen werden, wie beispielsweise der Bau des MuFu-Parks am Schulzentrum, die Sanierung des Gebäudes der Haupt- und Realschule oder die Einrichtung von Radwegebeleuchtungen. Auch hat der JGR selbst angepackt, sein eigenes Budget eingesetzt und auf der Insel ein zweites Beachvolleyballfeld angelegt