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II - Leitlinien im Bereich Kulturlandschaft

1. Die hiesige bäuerliche Kulturlandschaft soll in ihrer Fähigkeit, gesunde Lebensmittel zu erzeugen, gestärkt werden; dadurch ergibt sich auch ein besserer Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt.

Die kleinflächige, ökologisch vielgestaltige, herkömmliche Kulturlandschaft ist ein gutes Beispiel für ein naturverträgliches Wirtschaften.

Eine naturverträgliche Landwirtschaft schont Böden, Grundwasser und Luft, sie erzeugt gesunde Lebensmittel durch artgerechte Tierhaltung.

Die Vorgaben des ökologischen Landbaus entsprechen in besonderem Maße den Forderungen der Nachhaltigkeit.

Um den Belangen des Naturschutzes gerecht werden zu können, müssen Landwirte in verstärktem Umfang ökologische Leistungen honoriert bekommen.

Eine nachhaltig gestaltete und gepflegte Kulturlandschaft bietet nicht nur intakte Lebensräume für Tiere und Pflanzen, sie ist auch Natur-Erlebnisraum für den Menschen und stärkt das Heimatgefühl.

2. Eine Vermarktung der Lebensmittel in der Region fördert die Verbindung zwischen Erzeugern und Verbrauchern.

Der direkte Verkauf der eigenen Erzeugnisse, z.B. auf dem Bauernmarkt, stützt das Einkommen der Landwirte.

Durch den persönlichen Kontakt zwischen Erzeuger und Verbraucher bekommt das ansonsten anonyme Lebensmittel ein "Gesicht".

Landwirte aus der Region beliefern Handel und Gastronomie, welche ,unter Hinweis auf die Herkunft, regionaltypische Erzeugnisse und Gerichte anbieten.

Ökologisches Bewusstsein und Verständnis für die Belange des Landbaus können sich auf diese Weise entwickeln.

3. Eine natürlich intakte Landschaft bietet hohen Erholungswert, sie steigert die Lebensqualität und die Anziehungskraft von Gengenbach als Urlaubsort.

Die Leitgedanken eines sanften Tourismus sind eine tragfähige Grundlage für die weitere Entwicklung von Gengenbach als Fremdenverkehrsort.

Landschaftsräume für die stille Erholung der Menschen sind ein wichtiger Beitrag für das Wohlbefinden in einer Zeit, in der Lärm als Krankheitsursache zunimmt, und eine sinnvolle Ergänzung zu einem attraktiven Kulturangebot.

Der gesunden Erholung dient ein gut ausgebautes Wander- und Radwegenetz in unmittelbarer Nähe der Stadt.

Grüne Pfade mit Hinweistafeln informieren über heimische Kulturpflanzen und landschaftliche Gegebenheiten.

4. Wir setzen uns dafür ein, die biologische Artenvielfalt zu erhalten und die dafür notwendigen Flächen als Lebensräume zu schützen und zu entwickeln.

Landschaftsverbrauch und intensive Nutzung sind die Hauptursachen für die Bedrohung der Arten und den Rückgang von naturnahen Lebensräumen.

Besonders wertvolle Lebensräume in unserer Kulturlandschaft sind Hecken, Feldraine, Streuobstwiesen, Flurgehölze, Waldränder, Lichtungen, Nasswiesen, Flachwasserzonen sowie Gewässerläufe mit natürlichem Uferbewuchs.

Das Gebiet um den Ziegelwaldsee bietet, sofern weitere Bebauungsmaßnahmen unterbleiben, gute Möglichkeiten, Restbiotope zu bewahren, neue vernetzte Lebensräume zu schaffen und so den ökologischen Wert dieses Gebietes zu erhöhen.

Artenreichtum ist ein verlässlicher Indikator für eine gesunde Umwelt und steht in einem ganzheitlichen Zusammenhang mit Natur, Kultur und Heimat.

5.Holzenergie als regionaler, klimaneutraler und nachwachsender Rohstoff entspricht in besonderem Maße dem Gebot des nachhaltigen Wirtschaftens.

Holz wächst nach und erfüllt deshalb besonders gut die Forderung nach Ressourcenschonung.

Holz ist ein klimaneutraler Rohstoff: Die vom Baum aufgenommene und die bei der Verbrennung freigesetzte CO 2 – Menge ist im Gleichgewicht.

Holz ist eine Energiequelle aus der Region, durch ihre Nutzung werden in der Region Arbeitsplätze gesichert. Hackschnitzelanlagen sind ein vielversprechender Weg, diese Energiequelle nutzbar zu machen.

Der naturnahe Mischwald bildet den besten Schutz gegen Sturmschäden. Er bietet außerdem ideale Einstände für das Wild und ist ein Rückzugsgebiet für bedrohte Tierarten.